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Stiftung braucht engagierte Menschen

Engagement ist ein wichtiger Faktor. Für die Unterstützung der notwendigen Forschung bedarf es aber auch der notwendigen Instrumentarien und Einrichtungen, die letztlich nicht ohne finanzielle Mittel realisierbar sind.

 

Symbiose Praxis und Wissenschaft

Betrachten wir unsere heutige moderne Manuelle Medizin (MM) als eine Wissenschaft, so ist sie eine junge Wissenschaft, deren praktische Erfahrungen zwar schon etwas länger zurück reichen, aber Fragestellungen und zielführende Hypothesen erst in den letzten wenigen Jahrzehnten formuliert wurden.

 

Bestandsaufnahme

Wir benötigen eine Bestandsaufnahme des vorhandenen Wirkens der Praxis und des theoretischen Fundamentes der MM. Dazu gehört eine systematische Zusammenstellung aller vorhandenen Untersuchungs- und Behandlungstechniken.

Welche Symptome, Krankheitszeichen, Syndrome, Funktionskrankheiten, Krankheitsbilder versorgen Ärzte und Physiotherapeuten in der Praxis? Können wir die Potenz der MM mit ausreichend Zahlen belegen?

Eine solche Bestandsaufnahme ist wichtig für die Konsensfindung unter den einzelnen Schulmeinungen, insbesondere aber auch für das Aufzeigen von Fragestellungen, wo sich die MM auch im eigenen Interesse an der Versorgungsforschung beteiligen kann.

 

Forschungsfelder bestimmen

Abgeleitet aus den Ergebnissen der Bestandsaufnahme in der MM, insbesondere aber auch aus dem reichen praktischen Erfahrungsschatz der MM, müssen wir aktuelle und perspektivische Forschungsfelder ableiten, um die MM weiter in die anderen medizinischen Fachgebiete zu integrieren. Janda, Vojta, Brügger, Lewit und andere haben Theorien entwickelt, nach denen die manuelle Befunderhebung erfolgt und Therapiepläne erstellt werden. Zu wenig wurden aber bisher Fragestellungen und Hypothesen der einzelnen Lehrmeinungen überprüft.

 

Lösungsinstrumentarien schaffen

Qualifizierte „man power“ ist unabdingbar für die manualmedizinische Praxis. Man kann einschätzen, dass diese in den letzten Jahren herangebildet wurde und auch dafür weiterhin gute Voraussetzungen bestehen. Qualifizierte „man power“ ist aber genauso unabdingbar für die Forschung in der MM: bereits bei der Bestimmung der Forschungsfelder, mehr noch bei der Lösung der Fragestellungen. Unsere Potenzen sind hier weiter zu entwickeln. Es haben sich aber bereits Interessengruppen gebildet, die Hoffnung keimen lassen, dass wir auch auf wissenschaftlichem Gebiet Fortschritte machen können. Zu nennen sind hier die Forschungsgruppe der ANOA-Kliniken, der Arbeitskreis CMD in der Kieferorthopädie, der Arbeitskreis Zirkel für Manuelle Medizin und Entwicklungstherapie (ZIMMT), die internationale Akademie für myoskelettale MM (IAMMM). Diese Kräfte sollten sich zusammenschließen, Netzwerke bilden, die sich mit akademischen Einrichtungen verlinken. Solche akademischen Einrichtungen, wenn sie angewandte Forschung verfolgen, haben nicht selten Schnittmengen bei ihren Forschungsgegenständen mit der MM, so z.B. in der Arbeits- und Sportmedizin. Warum sollten wir nicht in die Richtung eines Institutes für MM denken? Dieses eventuell auch mit einer Stiftungsprofessur besetzen?

Die jüngst gegründete „Deutsche Stiftung MM“ (www.stiftungmm.de) hat den Zweck, diese wissenschaftlichen Ziele in der MM zu unterstützen.