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Forschungsprogramm zur Prävention von Dysfunktionen und Schmerz im Bewegungssystem (PräDBWS)

Vertreter der DGMM-ÄMM e.V. sowie Vertreter wissenschaftlicher Labore und rehabilitativ und schmerztherapeutisch ausgerichteter Kliniken arbeiten an der Gründung eines gemeinsamen Forschungsprogramms zur Prävention von Dysfunktionen und Schmerz im Bewegungssystem (PräDBWS).

Die beiden gesundheitspolitischen Schwerpunkte "Prävention" und "Schmerzmedizin" sind Anlass für die Formulierung eines Forschungsprogramms, das in einem multidisziplinären Netzwerk universitärer Einrichtungen, Kliniken und der Deutschen Gesellschaft für Manuelle Medizin (DGMM) umgesetzt werden soll.

PräDBWS wird in drei Ebenen wirksam.

Die medizinische Zielstellung umfasst:

  • Prävention der Entstehung von Störungen, die zu Schmerz im Bewegungssystem führen
  • Prävention der Chronifizierung von Schmerz im Bewegungssystem
  • Entwicklung von prädikativer Diagnostik anhand manualmedizinischer Funktionsparameter zur Früherkennung von zu Schmerzen führenden Störungen im Bewegungssystem

Die wirtschaftliche Zielstellung umfasst:

  • Senkung der Kosten für Krankenkassen und Rententräger
  • Senkung der Kosten für Schmerzbehandlung und aufwändige Untersuchungen
  • Senkung von Unternehmenskosten durch geringere Arbeitsausfallzeiten

Die soziale Zielstellung umfasst:

  • Frühzeitige gesundheitliche Aufklärung in der Arbeitswelt und im Freizeitbereich
  • Evaluation präventiver und prädiktiver Verfahren auf diesem Gebiet


Forschungsgegenstand

Die standardisierte Erhebung manualmedizinischer diagnostischer Symptome und Zeichen ermöglicht in einem frühdiagnostischen Zeitfenster die Erfassung relevanter erster Hinweise und ggf. der Ursachen für die Entwicklung von myofaszialen Dysfunktionen und Schmerzen im Bewegungssystem (z.B. zurückzuführen auf Fehl- und Überbelastungen).

Diese standardisierte manualmedizinische Diagnostik erfasst funktionelle Symptome und Warnzeichen an der Muskulatur, am Bindegewebe (z.B. Faszien) und im Bewegungsmuster, auf welche in dieser frühen Entwicklungsphase bildgebende, labordiagnostische und neurophysiologische Methoden noch keinen Zugriff haben oder nicht gerechtfertigt sind.

PräDBWS ist damit gegenüber den anderen diagnostischen Methoden zu diesem für die Prävention bedeutenden Zeitpunkt überlegen.

Die Entwicklung der standardisierten Evaluation von Symptomen und Zeichen in diesem frühen ätiologischen und pathogenetischem Bereich ist von besonderem Interesse für den arbeitsmedizinischen Bereich, wie z.B. bei Berufsmusikern und bei spezifischen ergonomischen Fragen in der industriellen und administrativen Arbeitswelt z.B. Bildschirmarbeitsplätze. Im Rahmen der Umsetzung von PräDBWS werden multizentrische Querschnittserhebungen und selektiv Längsschnitterhebungen erfolgen.

Die Initialisierung und Umsetzung eines solchen Forschungsprogramms bedarf finanzieller Unterstützung. 

 

Prof. Dr. med. habil. Lothar Beyer   (Für die DGMM und für die Arbeitsgruppe)